Almwetter

Die Tätigkeiten, die Produkte, das Gemüt, das Verhalten der Tiere, die Milchmenge und Qualität, die Dauer des Almsommers. Dies alles und noch viel mehr wird während der Almzeit ganz stark vom Wetter beeinflusst. An nur wenigen Arbeitsplätzen beeinflusst das Wetter den Tagesablauf so stark wie auf der Alm. Es erfordert die richtige Reaktion vom Almpersonal, Durchhaltevermögen aber auch Gelassenheit. Gegensätzlicher können die Tage bei verschiedenen Wetterlagen fast nicht ablaufen.

Schon bei der ersten Arbeit am Tag, das Einholen der Milchkühe von der Nachtweide, passiert es oft mal, dass eine ruhige Herde gleich in der Nähe der Hütte schon auf die Hirten wartet. Oder man sucht lange in Nebel oder Regen nach nassen, sich in den Latschen versteckenden Milchkühen. Muss man gar nicht suchen, dann liegt es daran, dass die Kühe schon im Stall stehen und der Tag mit dem Füttern von Heu und dem Ausmisten beginnt, weil draußen vor den Ställen Schnee liegt. Dann wollen natürlich nicht nur die Milchkühe gefüttert und deren Stall gereinigt werden, sondern ebenso die Jungrinder und Ziegen.

Sind die Tiere gemolken, wird die Milch in die Sennerei gebracht und verarbeitet. Da spielt das Wetter ebenso eine große Rolle. Bringen die nächsten Tage schönes Wetter, kommen auch viele Wanderer und somit mehr Joghurt, Frischkäse und Ziegengupf aus der Sennerei. Wird das Wetter nicht so gemütlich, so wird mehr Milch zu Schnitt- oder Bergkäse, Butter und Graukäse verarbeitet. Dann freut sich der Senner, dass die Wasserkühlung des Milchkessels gut funktioniert und man an der Rezeptur nichts verändern muss.

Bei allen anderen auf der Alm zubereiteten Speisen, mischt das Wetter ordentlich mit. Werden an Tagen von Nieselregen und Nebel Schüttelbrote gebacken, Gemüse eingelegt oder Chutney für die Käseplatte eingekocht, kommt man bei Schönwetterperioden mit dem Backen von Strudeln, Buchteln und Brot, dem Schälen von Kartoffeln, dem Rollen von Kartoffelnudeln und natürlich dem Abwasch fast nicht hinterher.

Geht´s den Tieren gut, geht´s den Hirten gut! Niemand wohl spürt das Wetter so am eigenen Leib wie die Tiere auf der Weide und die Hirten bei ihren Kontrollgängen. Wenn Wind und Regen auf Fell und Haut niederschlagen, die Runden aufgrund von Nebel und schlechter Sicht fast den ganzen Tag dauern, die Ziegen sich in romantischen Felshöhlen oder in anderen kreativen Unterschlüpfen verstecken, dann kann sich das schon mal auf die Stimmung schlagen. Natürlich bedeuten Unwetter, Schnee und Hagel auch Gefahr für Mensch und Tier. Dann heißt es besonnen reagieren und die Tiere auf sichere Weiden oder in den Stall bringen. Nicht nur Regenschauer und kalt-nasses Wetter, das Bergschuhe und Kleidung nicht mehr trocknen lässt, kann zu Problemen führen. Natürlich bringen Trockenheit und Hitze vermehrt Stress und unruhige Herdenbewegungen, trockene Quellen, geschundenen Klauen und mehr Verletzungen mit sich.

Eines steht fest, das Wetter des kommenden Almsommers wird auch wieder abwechslungsreich und herausfordernd. Wir freuen uns schon jetzt darauf, jeden Tag wieder darauf reagieren, manchmal auf der Sonnenbank sitzen und im Nieselregen laufen zu dürfen und euch bei Sonne oder Regen auf Fojedöra willkommen zu heißen.

Weil für Besucher und Wanderer all die Facetten des Almwettes nur schwer zu erfahren sind haben wir hier ein paar Fotos für euch…

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